
“Music was my first love
And it will be my last
Music of the future
And music of the past
To live without my music
Would be impossible to do
In this world of troubles
My music pulls me through”
Na, damit ist doch eigentlich schon alles gesagt. Einer der kürzesten Songtexte überhaupt. Und einer, der eigentlich die ganze große Thematik umfasst. Danke, John Miles 🙂
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Music was my first love.
Manchmal beeinflusst uns Musik schon vor unserer Geburt, vielleicht legte uns unsere Mutter eine Spieluhr auf ihren Bauch. Spätestens als Baby kommt aber der erste Berührungspunkt. In Form eines Gute-Nacht-Liedes beispielsweise oder einer gesummten Melodie, um uns zu beruhigen. Ganz tief im Unterbewusstsein haben wir das noch abgespeichert. Und ganz tief aus dem Unterbewusstsein würden wir die Emotion von damals wieder hochholen können, würden wir das heute so wieder hören. Und das ist erst der Anfang.
Musik begleitet uns. Immer.
Ja, die Musik begleitet uns unser Leben lang. Immer. Und in allen Facetten. Was wir im Kindergarten schon für Lieder lernten und sangen. Und denkt mal an all die schönen Weihnachtslieder. Die besonders ergreifenden Liebeslieder an unserem Hochzeitstag. Da verlief das erste Mal die ganze Schminke und die bereitgelegten Taschentücher kamen zum Einsatz. Die Party-Lieder deiner Generation, die auf jeder Feier in Dauerschleife liefen. Vielleicht auch einfach die Titel-Melodie von „Wetten, dass…?“ oder dem „Tatort“. Es gibt Welthits, die die Jahre überdauern und die jeder kennt und mag. Womöglich haben du und deine bessere Hälfte einen bestimmten Song als „euer Lied“ auserkoren. Bei dem ihr euch zum Beispiel das erste Mal gesehen oder geküsst habt. Selbst bei unserer Beerdigung spielen sie uns meist noch ein Lied. Für jede unserer Lebenslagen, hat die Welt der Musik etwas für uns parat. Die Musik ist wirklich immer für uns da.
Der Ton macht die Musik.
Eigentlich eine Redewendung aus dem zwischenmenschlichen Bereich. Aber da wo sie herkommt, trifft es ja erst recht den Kern. Und unsere Sprache schlägt sowieso immer wieder Brücken, um verschiedene Bereiche zu verbinden. Schließlich gibt es in der Musik wie im Leben oder eben auch in der Kommunikation untereinander, mal leise und mal laute Töne. Manchmal vergreift man sich auch im Ton. Wer den Ton angibt, der bestimmt. Der bestimmt, ob es ein ruhiges, beruhigendes Lied wird oder ein lauter, anheizender Song. Einer gibt den Takt vor. Das braucht es manchmal auch, um all die verschiedenen Instrumente auf einen gemeinsamen, wohlklingenden Nenner zu bringen. Wir werden instrumentalisiert und auch die Musik selbst wird zur Instrumentalisierung eingesetzt. Einige können davon ein Lied singen.
Schön, wie eines ins andere übergehen kann.
Keine Sorge, du wirst abgeholt.
Musik holt uns immer irgendwo ab. Dort, wo wir gerade stehen. Das ist wie an einer großen Bushaltestelle. Da kann man warten und sehen, welche Linie gerade vorbei kommt. Manchmal weiß man genau, in welche man einsteigen muss, ein anderes Mal kann man einfach dasitzen und schauen, welcher Bus mit welcher Endhaltestelle einen gerade anspricht. Du kannst frei wählen, ob du in den Party-Bus, die Love-Linie oder den Nightliner einsteigst. Wohin du gerade willst – bzw. was du gerade brauchst. Du kannst dir immer bewusst die Musikrichtung anhören, die gerade zu deiner Stimmungslage passt oder dich in eine bestimmte Stimmungslage versetzen soll. Ab und an braucht es zum Beispiel die größten Schnulzen, um sich im Liebeskummer zu suhlen. Mal wird Hard Rock aufgelegt, um seiner Wut ein Ventil zu geben. Mit der Lieblingsmusik geht das Putzen leichter von der Hand. Ballermann meets Klassik kommt eher selten vor aber den Sommerhit des Jahres nimmt man gerne von Mallorca mit zum Apres Ski. Ob für das Adventskonzert, für Fasching oder für deine Hochzeit – irgendwer hat dir auf jeden Fall immer das perfekte Lied komponiert.
Wer kann denn sowas?
Ja es gibt sie. Es gibt sie, diese Genies, die ein Lied zu einem Feuerwerk werden lassen können. Diese Poeten, die einen Songtext schreiben können, der einen fesselt. Der so wort- und sprachgewandt ist, dass es eine eigene Kunst ist. Diese genialen Komponisten, die Melodien kreieren, welche unter die Haut gehen. Die, die ein Orchester zusammenstellen und zu einer berauschenden Einheit werden lassen können. Diese einzigartigen Stimmen, die einem Song sein Leben geben. Und diese Vollblut-Musiker, die wie von einem anderen Stern kommend, ihr Instrument so spielen oder ihr Lied so singen können, dass es absolut jeder fühlen kann.
Was für ein Glück.
Hey du da, im Radio.
Und wenn keiner mehr für uns da ist – der Mann oder die Frau im Radio ist immer noch da. Schon ist man nicht mehr so einsam. Und dann hat er oder sie auch noch immer eine Wundertüte bei sich. Man weiß selten, was da als nächstes für Lieder heraus kommen. Klar, nicht alles was aus einer Wundertüte zum Vorschein kommt, findet bei allen den gleichen Anklang. Aber hin und wieder ist ein Volltreffer dabei. Da kann man dann schon mal eben auf der Autobahn laut aufdrehen und mitgrölen. Oder sich beim Kochen drei Minuten lang wie mit 17 fühlen, weil unverhofft ein Song aus der Jugend kommt.
Musik ist eingemachtes Gefühl.
Im Guten wie im Schlechten. Da kann teilweise das Lied selbst nicht mal was dafür. Hast du zu einem bestimmten Lied festgestellt, dass deine Neueroberung ein richtig schlechter Küsser ist, ja dann kann das Lied noch so gut sein, es hat verloren. Mit Musik einhergehend gibt es ganz viel konservierte Situationen, Erinnerungen und Gefühle. Die dazu abgespeicherten Lieder wecken in uns diese Erinnerungen, wann immer wir ihnen wiederbegegnen. Und unser Vorratskeller kann noch so groß und vollgestopft sein, in Lichtgeschwindigkeit finden wir die dazugehörige Konserve. Wie gesagt, manchmal kann das Lied gar nichts dafür, dass es das Saure-Gurken-Glas wurde. Aber im Grunde ist das auch eine Technik, die wir uns im Positiven zunutze machen können 🙂
Liebe Musik,
wer auch immer dich jetzt eigentlich erfunden hat – niemals hat er erahnen können, was er der Menschheit für einen Dienst erwiesen hat. Jedes Jahr aufs Neue müsste er posthum einen Grammy erhalten. Man muss einfach ganz schlicht sagen: Es ist schön, dass es dich gibt. Es ist schön, dass du solche musikalischen Talente hervorbringst, die solche vertonten Kunstwerke erschaffen und rüberbringen können, dass es die Menschen in Massen in den Bann zieht. Es ist unvergleichlich, wie du immer den richtigen Ton für mich und für alle triffst. Dir zu lauschen ist eine der wenigen Lieblingsbeschäftigungen, die ein ganzes Leben anhalten. Du bereicherst uns. Du begleitest uns wann immer wir das wollen und brauchen. Du bist wie ein bester Freund und eine treue Seele. Gemeinsam durchleben wir die Emotionen. Du liegst auch mal auf uns wie eine schwere Last, aber meist trägst du uns und lässt uns uns ganz leicht fühlen. Du transportierst auch ganz vieles. Ja auch viel Negatives. Aber auch ganz viel Schönes. Und auch ganz viele Komplimente.
So viele Komplimente wie es für dich benötigt, fallen mir ja gar nicht ein. Drum packe ich sie alle mitschwingend in Abba’s:
„So I say thank you for the music, for giving it to me“ 🙂


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