Komplimente für Sternenmamas – Monja und die Liebe zwischen Himmel und Erde

Ehrlich gesagt weiß ich heute gar nicht so richtig, wie ich beginnen soll. Es geht um ein sensibles Thema, welches mich auch als nicht Betroffene und nicht nur als Mama stark berührt.

Die letzten zwei Sonntage standen im Zeichen der Mütter. Einmal der „allgemeine“ Muttertag und die Woche zuvor der ‚Internationale Muttertag für verwaiste Mütter‘. Braucht es denn da jetzt ernsthaft zwei getrennte Tage? Wieso?? Schon klar – auf der einen Seite ist es wieder wichtig, auf etwas aufmerksam zu machen, was in der Gesellschaft noch nicht so ist, wie es sein sollte. Aber Mutter ist doch Mutter, egal ob mit sichtbaren oder unsichtbaren Kindern, oder? Sollte man meinen…

Sternenmamas – Sternenkinder – Sternenpapas. Schöne, wohlklingende Bezeichnungen für etwas eigentlich ganz Furchtbares. Für ein Schicksal, das man niemandem wünscht und man gar nicht glauben kann, wie viele es auch in der heutigen Zeit noch ereilt. Und auch wenn man hier nicht wirklich gleich an Komplimente denkt, diesen Frauen kann man eigentlich gar nicht genug davon aussprechen…

Darf ich vorstellen.

Monja ist Anfang 40 und von Beruf Dipl.-Sozialpädagogin und Systemische Familientherapeutin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Hof. Monja hat zwei Söhne, 6 und 21 Jahre alt – aber eigentlich ist sie 7-fache Mutter. Nur hat sie ihre anderen fünf Kinder schon während der Schwangerschaft wieder verloren. Drei im ersten Schwangerschaftsdrittel und Zwillingsmädchen in der 20. SSW. Deshalb werden ihr diese Kinder nicht so wirklich anerkannt. Damit steht sie nicht alleine da…

Sternenkinder und Sternenmamas.

Statistiken gibt es viele. Die, die für Monja am realistischsten klingt, besagt, dass jede dritte Frau betroffen ist. Jede dritte Frau hat also mindestens ein Kind in irgendeinem Stadium der Schwangerschaft, bei der Geburt oder in den ersten Lebensmonaten wieder verloren. Uff, das sind viele. Zuviele.

Betrifft es einen selbst oder nahestehende Personen nicht unmittelbar direkt, bekommt man das vielleicht gar nicht so mit, aber es geht auch noch in der heutigen Zeit und trotz des medizinischen Fortschritts verdammt viel schief. Ich habe ebenfalls während meiner Schwangerschaften und im Freundes- und Bekanntenkreis mit der Zeit so einige Geschichten erlebt und mitbekommen. Es wird einem ziemlich schnell bewusst, dass es noch immer ein absolutes Wunder ist, ein gesundes Baby zur Welt zu bringen. Monja formulierte das im Gespräch mit mir genau gleich.

Erst wenn ein Kind ab der 24. Schwangerschaftswoche (also 23+1) oder mit min. 500 Gramm Gewicht geboren wird, werden lebensunterstützende Maßnahmen eingeleitet. Ob und wie es überlebt ist da aber noch sehr unsicher. Ab diesem Zeitpunkt greift auch die Bestattungspflicht. Die Kinder werden vom Bestatter abgeholt und auf die allseits bekannten Weisen beigesetzt. Davor sieht alles ganz anders aus. Die meisten Fehlgeburten passieren im ersten Schwangerschaftstrimester. Danach gibt es unterschiedliche Regelungen, wie der Fötus geboren werden muss – Monja berichtet zum Beispiel von einem Krankenhaus, in dem man bis zur 20. SSW auf dem Stationszimmer oder auf der Toilette, ausgestattet mit einem Auffangbehältnis, entbinden muss… Für die Beisetzung gibt es ebenso unterschiedliche Möglichkeiten. Es gibt Sammelgräber und andere dafür vorgesehene Ruhestätten, manchmal ist es auch in bestehenden Familiengräbern erlaubt. Bis 500 Gramm Geburtsgewicht bzw. bis zur 24. SSW könnte man das Kind sogar im eigenen Garten bestatten. Leider wird das von den Kliniken oft nicht gesagt – die Kinder sollen ins Sammelgrab und fertig, erzählt Monja. Auch das „wie“ ist so eine Frage. Mini-Särge gibt es nicht…

Zudem werden in diesen grausamen, emotionalen Ausnahmesituationen und im getakteten Krankenhausablauf von den Frauen manchmal Entscheidungen getroffen, die sie später vielleicht gerne anders entschieden hätten. In diesem Moment fehlt es aber einfach am zeitlichen und emotionalen Raum und es herrscht eher totale Überforderung.

Und dann sollen sie wieder zurück in den alten Alltag, weil ihnen körperlich doch nichts fehlt. Mutterschutz würde auch erst ab der Regelung mit der 24. SSW bzw. den 500 Gramm Gewicht greifen. Dabei geht das psychische Leid, die Trauerarbeit und die Aufarbeitung dann nochmal richtig los…

Monja’s Selbsthilfegruppe.

Es ist wie überall, manche kommen verhältnismäßig gut damit zurecht, manche fallen samt ihren Verletzungen in ein Loch, aus dem sie es Zeit ihres Lebens nicht mehr richtig heraus schaffen. Manche suchen sich Hilfe im Außen, manche verkapseln ihr Trauma tief im Innersten und erlauben es ihm nie hervorzutreten. Einige finden in der Familie und bei Freunden hilfreiche Unterstützung, andere stehen ganz alleine da.

Im September letzten Jahres hat Monja eine Selbsthilfegruppe für Sternenmamas in Hof und Umgebung ins Leben gerufen. Den Stein ins Rollen brachte ein Post in einer Facebookgruppe für Mamas. Eine Mutter fragte, ob es in Hof dafür eine Selbsthilfegruppe gibt. Monja hat das Thema aufgegriffen und gefragt, ob denn Bedarf bestünde. Binnen zwei Tagen hatte sie über 40 Zuschriften. Somit war die Frage des Bedarfs rasch geklärt… Heute hat ihre Initiative eine eigene Facebookgruppe mit bereits mehr als 100 Mitgliedern.

Sie startete ihre Selbsthilfegruppe als Gesprächsgruppe, die sich 1 x im Monat trifft und dafür im und vom Familienzentrum Hof kostenlos Räume zur Verfügung gestellt bekommt. Es zeigte sich jedoch sehr schnell, dass die Frauen nicht nur in Gesprächen sondern auch bei ganzen vielen anderen Dingen Hilfe benötigen. So gibt es zum Beispiel den Wunsch nach schönen, würdevollen Bildern der Kinder – die Erinnerung verblasst leider doch häufig sehr schnell. Es wurde eine Fotografin gefunden, die selbst Sternenmama, Psychologin und angehende Psychotherapeutin ist und diesen Wunsch mit dem nötigen Feingefühl erfüllen kann.

Was sehr gerne angenommen wird sind Sternenbettchen. Monja hat Näherinnen, die ihr aus gespendeten Brautkleidern und anderen festlichen Kleidern kleine Bettchen nähen, in denen die Kinder fotografiert und/oder auch bestattet werden können. Sie geben sie direkt an die Eltern aus oder verteilen sie an Hebammen, Kliniken und Bestatter. Das schenkt etwas mehr Würde. Monja hat aber auch jemanden gefunden, der ihnen Särge für die Kleinsten anfertigt.  Auch „FrankenStones“ (handbemalte Steine mit entsprechenden Motiven) als Grabschmuck und extra angefertigte Trauerkarten für Sternenkinder verteilen sie bei Bedarf.

All das kann nur durch Spenden finanziert und nur mit vielen helfenden und unterstützenden Händen hergestellt und umgesetzt werden. Sie hat aber tatsächlich in dieser noch recht kurzen Zeit seit Bestehen der Gruppe ein echt gutes Netzwerk erschaffen und viele gute Seelen gefunden. Das macht sie unglaublich stolz und dankbar.  

Mittlerweile wechselt sie Gesprächstreffen mit Fachvorträgen ab. Sie möchte einfach mehr Hintergrundwissen vermitteln. So sprach z. B. schon eine Humangenetikerin, die den Frauen u. a. die Möglichkeiten erklärte, weshalb es aus biologischer Sicht zu Fehlgeburten kommen kann. In Kürze geht es um Doulas. Doulas sind nichtmedizinische Helferinnen, die werdenden Müttern vor, während und nach der Geburt emotional und körperlich zur Seite stehen. Hierzulande sind sie noch recht unbekannt, aufgrund des immer gravierenderen Hebammenmangels werden sie aber zunehmend gefragt und beliebt. Geplant sind auch Vorträge eines Bestatters und vom Hospizverein.

Bei den Gesprächstreffen geht es, na klar, hauptsächlich darum, in Gesprächen, durch Zuhören und durch Erfahrungsaustausch den Frauen einen Raum zu schaffen, um ihre Erlebnisse und Gefühle herauslassen zu können, sich gegenseitig Halt und Hilfestellung zu geben und von Menschen aufgefangen und unterstützt zu werden, die aus eigener Erfahrung nachfühlen können, wie es einem geht. Hier wird gemeinsam geweint aber auch gelacht. Da ist auch einfach der Wunsch, sich mal eine gemeinsame Me-Time, einen schönen Abend zu machen. Mal mit Yoga, mal mit einer Doula, mal mit Kakaozeremonien – einfach mit allem, was ihnen gut tut. Und tatsächlich gehen die meisten an diesen Abenden mit einem Lächeln nach Hause…

„Ihre“ Sternenmamas.

Monja kommt ins Schwärmen wenn sie von ihrer Gruppe spricht. Natürlich sind die Gründe, die sie alle zusammengeführt haben, in keinster Weise schön zu reden. Aber sie ist so stolz – auf jede einzelne Frau die kommt. Bei manchen ist alles noch ganz frisch, andere haben sich Jahrzehnte später dazu überwunden, die Geschehnisse aufarbeiten zu wollen. Es kommen Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können und die „draußen“ niemals zueinander gefunden hätten – und doch sitzen sie alle in einem Boot und fühlen eine ganz tiefe, emotionale Verbundenheit untereinander. In diesem einen Punkt sind sie alle gleich und fühlen sich verstanden und aufgefangen. Und so werden auch die „alten Hasen“ (weil schon lange zurückliegend oder schon lange dabei) ein Lichtblick für die frisch Betroffenen. Sie zeigen, dass man das irgendwie überstehen kann…

Sternenmama – und dann?

Eine Frage, die sich mir schon oft gestellt hat ist, wie schaffen es diese Frauen weiterzumachen? Weiterzumachen mit der Familienplanung. Nach etlichen Fehlgeburten es nochmals zu versuchen. Nach einer Totgeburt gleich wieder schwanger zu werden. Wie geht man mit diesem Trauma und  den Gefühlen und den Bildern im Kopf in und durch eine neue Schwangerschaft? Jetzt kann ich sie Monja stellen.  

„Ja“, sagt sie, „da ist die eigene Resilienz ein Thema. Aber auch wie einen das Umfeld auffängt und unterstützt.“ Sie habe Glück gehabt, sie hatte im engsten Kreis richtig gute Unterstützung. Und dann sei da bei ihr (und vermutlich ist das bei den meisten Frauen der Fall) einfach dieser unbedingte Kinderwunsch da gewesen, der so eine unglaubliche Kraft hatte. Nein, es kann niemals, absolut niemals ein Kind ersetzt werden. Aber dieser grundlegende, menschliche Wunsch Mutter zu sein, ein Kind zu haben – der will erfüllt und besetzt werden. Und der weckt eine derart starke Urkraft, der die Frauen psychisch und physisch schier unmenschliches in Kauf nehmen und riskieren lässt.

Selbstverständlich sei sie in den Folgeschwangerschaften ein nervliches Wrack gewesen, erzählt Monja. Auf jedes Zipperlein wird geachtet und bringt einen an den Rande des Wahnsinns. Auf emotionaler Ebene schwimmt man ständig in einem Sumpf aus Angst, Hoffnung, Bangen, Beten, Freude usw. Dieser akute Albtraum ist erst vorbei, wenn man dann tatsächlich ein gesundes Baby ausgetragen und geboren hat und sieht, dass der eigene Körper es doch geschafft hat. Der chronische Albtraum mit den früheren Traumen bleibt aber natürlich weiterhin im Unterbewusstsein.  

Der Umgang mit Sternenmamas.

Monja hat das Wort so nicht in den Mund genommen aber es drängt sich mir immer wieder auf: Würde. Nach all dem was ich bis hierhin und nun auch von Monja gehört habe, empfinde ich den Umgang mit Sternenmamas in den Krankenhäusern und in der Gesellschaft als teilweise würdelos.

Rein wissenschaftlich und aus medizinischer Sicht ist das Vorgehen bis zur 24. Schwangerschaftswoche ja noch nachzuvollziehen. Menschlich und emotional gesehen oftmals eine Katastrophe. Auf den Stationen liegt im Dreibettzimmer frische Erstlingsmama neben Totgeburt neben Schwangerschaftsübelkeit. Fehlendes Personal, um die Frauen in der akuten Situation psychologisch aufzufangen. Der Entbindungsvorgang als rein medizinische Abhandlung in einem kalten Umfeld und das, wo doch zusammen mit dem Fötus auch etwas in der Mutter stirbt…

Und dann kommt die Welt draußen. Gut gemeinte Sprüche, die so gar keine sind. „Du bist doch noch so jung, du kannst doch noch viele Kinder kriegen“, „Sei froh, dass es schon so bald war“ und „Wer weiß, ob es nicht vielleicht besser war, womöglich war es krank“ sind die Negativ-Top-3 an Aussagen, die Monja in einer Umfrage unter den Sternenmamas zusammengetragen hat. Diese Sätze, so oder so ähnlich, wurden von den Betroffenen am häufigsten als besonders furchtbar und nicht hilfreich genannt. Im Gegenzug als am wohltuendsten empfanden die meisten Frauen eine Umarmung oder einfach ein „Es tut mir sooooo leid!“. Oder wenn man ehrlich ist und zugibt, dass man gar nicht weiß, was man sagen soll.

An Muttertag habe ich in den sozialen Medien so einige Beiträge von Sternenmamas gelesen, die sich unsicher waren, ob der Muttertag auch für sie gilt, ob sie sich als Mutter fühlen dürfen, obwohl sie kein sichtbares Kind haben und die an diesem Tag ganz stark an all die Kinder dachten, die nie „richtig“ bei ihnen waren oder ihnen viel zu schnell wieder genommen wurden.

Ich muss sagen, das hat mich richtig wütend gemacht. Was gibt es nicht alles für kostspielige Kampagnen und Anstrengungen für Diversity, Gleichberechtigung, Gendern und dergleichen und gleichzeitig schaffen wir es nicht einmal ein Thema, welches alle Frauen auf dem ganzen Planeten vereint, betrifft und verbindet und mit dem Fortbestand der gesamten Menschheit zu tun hat, gesellschaftlich anzuerkennen? Frauen, die ein Kind, reif oder unreif, geboren haben und sich irgendwo als Mutter fühlen aber ihrer Mutterschaft beraubt wurden – kann man ihnen diese Würde nicht einfach lassen?

„Jetzt ist es doch schon so lange her. Das Leben muss doch weiter gehen, du musst doch damit langsam mal abschließen.“ Das Umfeld tut sich eh schon oft mit dem Thema schwer und irgendwie wird es gerne unter den Tisch gekehrt. Manchmal würden gerne andere für die Frauen entscheiden, wann sie damit mal aufhören müssten. „Das gab es bei uns früher auch schon. Das ist halt in der Natur so.“ Für die ältere Generation ist ein emotionaler Umgang damit nicht selten verpönt. Der wurde sich früher nicht gestattet, das war zu intim und wurde eher verschwiegen. Doch die betroffenen Frauen haben einfach Redebedarf! Und den haben manche auch einfach lange und immer wieder einmal. Und auch das sollte ihnen zugestanden und nicht länger tabuisiert werden.

Zum Glück gibt es Frauen wie Monja, die Initiativen starten, um den Frauen Gehör zu schenken, Raum zum Austausch geben und es sich auf die Fahne schreiben, hin zu mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz zu gelangen.

Alle Emotionen jederzeit erlaubt.

Es ist Monja wichtig, ihrer Gruppe und allen Sternenmamas zu vermitteln, dass jederzeit alle Emotionen erlaubt sind. Und es sind wirklich viele Gefühle, die da auf die Frauen einprasseln, kommen und gehen und sich manchmal ganz tief festsetzen. Trauer, Verzweiflung, Ohnmacht, Wut, Überforderung, Hoffnungslosigkeit, Ungläubigkeit, Widerstand, Hass, Scham, Schuld, Neid – um nur einige zu nennen. Ein permanentes Gefühl, dass da jetzt jemand sein müsste aber nicht ist.

Ein Hadern mit dem Schicksal. „Warum ich?“, „Warum schon wieder ich?“, „Was habe ich verbrochen, dass ausgerechnet mir sowas widerfährt?“

Die Frage nach der Schuld. „Hab ich etwas falsch gemacht?“, „Hätte ich irgendwas anders machen können, um das zu verhindern?“, „Was wäre gewesen wenn…?“, „Ist mein Körper nicht gut genug?“.

Die Wut und der Groll wenn es Fremdverschulden war. Menschliches Versagen während der Geburt oder später, falsche Entscheidungen und Einschätzungen des medizinischen Personals. Was lt. Monja durchaus noch häufig der Fall ist aber nur äußerst selten offiziell anerkannt wird und selbst wenn – das Kind kommt dadurch auch nicht mehr zurück.

Darüber reden zu wollen aber auf Ablehnung und taube Ohren zu stoßen, weil es ein gesellschaftliches Tabuthema ist.

Es ist manchmal ein sehr langer, harter Weg, um wieder etwas Lebenslust und Lebensfreude zu finden, berichtet Monja. Das und ihre eigene Erfahrung trieb sie und treibt sie an, so vielen verwaisten Müttern wie möglich eine Hand zu reichen, um sie auf diesem Weg und in einer Gemeinschaft mit anderen Betroffenen ein wenig begleiten zu können.

Und die Papas?

Die Papas, ja die leiden auch. Auch wenn ihnen die körperliche und hormonelle Erfahrung fehlt – sie leiden. Und sie haben absolut das Recht dazu. Sie stehen zudem dem Leid der eigenen Frau gegenüber, was manchmal noch mehr Hilflosigkeit und Überforderung mit sich bringt. Die Väter stellen ihr eigenes Leid häufig hintenan, wollen es mit sich ausmachen und übernehmen den Part mit der starken Schulter, so Monja. Gerade wenn noch mehr Kinder in der Familie sind und der Alltag irgendwie weiter gehen muss. „Einer muss ja jetzt noch stark sein.“ Hier sieht Monja ebenfalls dringend Handlungsbedarf und möchte auch den Sternenpapas ein Angebot machen und sie ermutigen, ihre Geschichte aufzuarbeiten und nicht weiter unter den Teppich zu kehren. Sie ist gerade dabei eine Selbsthilfegruppe für die Väter zu starten…

Monja und die Komplimente.

Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit bekommt sie viele positive Rückmeldungen und Komplimente. Nachdem sie so viel rein investiert hat, freut sie sich darüber immer wieder sehr und kann diese Komplimente auch gut annehmen. Ihr wird gesagt, dass man merke, wie sehr sie für die Sache brennt und mit wieviel Herzblut sie daran hängt. Sie bekräftigt auch, dass sie wirklich mit vollem Herzen dabei ist und in Kombination mit ihrem beruflichen Hintergrund und der Tatsache, dass sie selbst Sternenmama ist, ist das wohl ihr Erfolgsrezept. Aktuell steckt sie ca. 10 – 15 Stunden Zeit pro Woche in ihre Initiative und die wird ja immer größer – weshalb jetzt immer mehr Aufgaben an weitere freiwillige Frauen verteilt werden, um Monja zu unterstützen. Das spricht doch alles für sich 🙂

In ihrer Gruppe fällt ihr aber immer wieder auf, wie schlecht die Mütter Komplimente annehmen können. Sie seien so verunsichert und machen sich selbst sehr klein, obwohl ja eigentlich das totale Gegenteil der Fall ist! Vor ihr sitzen – ohne dass sie es selbst so sehen – richtig starke Frauen. Diese haben wirkliche furchtbare Erlebnisse hinter sich, aber sie haben das überlebt und sie sind immer noch da. Und – sie sitzen hier und beweisen weitere Stärke, weil sie sich Hilfe holen und Hilfe anbieten. Manchmal ist es auch einfach wichtig, ihnen einen anderen Blickwinkel zu geben und in der Gruppe untereinander und füreinander das Selbstbewusstsein zu stärken.

Als ich nach dem für Monja bedeutendsten Kompliment frage, geht ihr Blick in Richtung Zukunft. „Ich wünsche mir, dass meine Kinder über mich und zu mir sagen, dass ich einen guten Job gemacht habe.“ 🙂

Wofür braucht es mehr Komplimente?

Nun gut, was die Sternenmamas betrifft, haben wir uns da jetzt schon einiges angeschaut. Anerkennung, was sie geleistet und durch gemacht haben. Anerkennung der Mutterschaft auch für unsichtbare Kinder. Akzeptanz. Das Thema mit all seinem Leid und den Bedürfnissen der Frauen sichtbar machen und tolerieren. Enttabuisieren. Es soll ein Thema sein, welches kein Schamgefühl mehr aufkommen lässt. Hört den Frauen zu und respektiert ihre Wünsche und ihre Trauer.

Allgemein betrachtet antwortet Monja: „Für die kleinen Dinge im Leben! Heutzutage gibt es nur noch Lob und Anerkennung wenn man immer nur noch Größeres erreicht hat.“ Es brauche viel mehr Achtung und Aufmerksamkeit für die Kleinigkeiten, die uns jeden Tag über den Weg laufen.

Für sich persönlich gesehen muss sie fast lachen. Da wünscht sie sich mehr Komplimente im Mama-Alltag. Nein, es sei nicht selbstverständlich, dass sie eine 32-Stunden-Arbeitswoche hat, sich um die Kinder und den Haushalt kümmert – nur weil sie die Mutter ist. Oh ja, auch da erkennen sich viele wieder 😉

Ihr Kompliment für Sternenmamas.

Freiweg sagt sie: „Ein Kompliment an alle Frauen, die das überlebt und überstanden haben und wieder ins Leben finden! Ihr seid in einer Gemeinschaft aus unheimlich starken Frauen und das soll euch auch so bewusst sein!“

Sie ist außerdem voll des Lobes für den Mut der Frauen, die den Weg in ihre und andere Selbsthilfegruppen finden. Die irgendwo Hilfe annehmen. Und die sich laut in der Öffentlichkeit für all das stark machen.

Liebe Monja,

stark, dass du auch so eine Frau bist und diesen Mut und diesen Willen hast! Meine Bewunderung für all das, was du durchmachen musstest und du dadurch geschaffen hast, hast du definitiv sicher. So tragisch dir das Leben auch manche Kapitel in deiner Geschichte geschrieben hat, möchte ich es als schön bezeichnen, wie du sie selbst weiter schreibst. Und ich hoffe, dass du mit deiner Initiative und auch für dich selbst noch sehr, sehr viel erreichst und diese Gemeinschaft sichtbar wachsen lassen kannst.

Du bist ein Licht für viele, die gefühlt alleine im Dunkeln stehen. Und du hast es bis hierhin schon geschafft, dein Licht langsam und stetig weiter zu geben und damit auch Wärme und Würde zu verteilen. Auch wenn der Hintergrund niemals schön sein wird, ist das für viele von unbezahlbarem Wert.

Ich hoffe, dass du und alle Sternenmamas der Gesellschaft einen ordentlichen Tritt in den Allerwertesten geben und endlich ein fruchtbares Umdenken stattfindet. Keine Mutter sollte sich mehr dazu verpflichtet fühlen, sich für die Anzahl ihrer Kinder rechtfertigen zu müssen. Muttergefühle hat man doch ab dem Moment, in dem man von der Schwangerschaft weiß und ab da gibt man ein Stück seines Herzens an das kleine Wesen in einem. Das nimmt es auch mit, wenn es wieder fort geht. Die Mutterliebe bleibt aber bestehen. Sie ist das Band zwischen Himmel und Erde. Ein verdammt starkes Band. Und diese Stärke soll ruhig jeder sehen.

Ich sag jetzt einfach mal abschließend, vielsagend und stellvertretend: Danke Monja! Für alles, was du für „deine“  und die Sternenmamas allgemein erreichst und für jedes Lächeln, das du am Ende eines Abends hervorzaubern kannst…

Bildrechte: Monja Huber

Fotos by Ann-Kathrin Lang Photography


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Monja und ihre Selbsthilfegruppe für Sternenmamas findest du hier bei Instagram:


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